Willkommen in München – der „Weltstadt mit Herz“?

Workshop von Initiative für Zivilcourage am Dienstag, den 23.10.2018, um 14 Uhr c.t. auf dem Geschwister-Scholl-Platz (bei schlechtem Wetter: StuVe, Leopoldstr. 15, großer Sitzungssaal)
Im Workshop werden wir uns mit der Arbeits- und Wohnsituation von EU-Bürger*innen beschäftigen, die seit 1990 aus Bulgarien und Rumänien nach München migriert sind. Diese Menschen befinden sich im Mittelpunkt der Münchner Stadtgesellschaft, werden aber bis jetzt fast nicht in der Öffentlichkeit wahrgenommen und es wird noch wenig getan, um ihnen in dieser Stadt Bedingungen für ein würdiges Leben zu ermöglichen. Als Tagelöhner oder Geringverdienerinnen leben viele ohne angemessenen Wohnraum oder auf der Straße, in meist undokumentierten Arbeitsverhältnissen dem Gutdünken der Auftraggeber ausgesetzt. Auch wenn sie als neue EU-Bürger*innen Freizügigkeit genießen, sind ihre Arbeitsrechte extrem eingeschränkt. Bürokratische Hürden, mangelnde Informationsangebote und die Sprachbarriere verhindern einen Zugang zu den wenigen Unterstützungsangeboten, auch ihr Anspruch auf Sozialleistungen wird systematisch untergraben. Im Rahmen der „Wir wollen wohnen“ Demonstration Anfang 2016 beschrieben einige ihre Lebensbedingungen in München wie folgt: „Die Stadt München schließt uns aus der regulären Obdachlosenhilfe (Notunterkünfte, Teestube Komm etc.) aus verschiedenen absurden Gründen aus: Etwa, wenn wir keine Arbeit haben, wenn Verwandte von uns an einem anderen Ort wohnen oder wenn wir in München nicht gemeldet sind. Viele von uns leben schon seit Jahren in München – wir arbeiten auf den Münchner Baustellen, reinigen Münchner Gebäude – befinden uns aber in ständiger Unsicherheit, denn in Notsituationen bleiben wir uns meist selbst überlassen.“
Unter dem Namen Initiative für Zivilcourage trifft sich seit 2009 regelmäßig ein Kreis von Unterstützer*innen. Von Beginn an arbeiten wir eng mit den prekarisierten Münchner*innen aus neuen EU-Ländern im Bahnhofsviertel zusammen, um gemeinsam Wege zur Verbesserung ihrer Lebenssituation und des Zusammenlebens in der Stadtgesellschaft zu beschreiten. Wir sind eine unabhängige, nichtstaatliche Initiative und packen mit an, um das Leben für alle Menschen selbstbestimmt, lebenswert und frei von Ausgrenzung und Ausbeutung zu gestalten. 
(http://inizivi.antira.info/initiative-fur-zivilcourage/)

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